Sathya Jens Marionette

Sathya Jens Marionette

Wenn ich jetzt über meinen Weg spreche, ist es mir wichtig zu betonen, dass JEDER Weg einzigartig und letztlich nicht vergleichbar ist. Im Laufe der Jahre wurde klar, dass ich immer auf meinem Weg war – auch wenn ich das Gefühl hatte, ihn verloren zu haben. Das ganze Leben ist der Weg – für jeden sein eigener.
„Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt“ – Johann Wolfgang von Goethe, Faust.
Mein eigentlicher spiritueller Weg begann im Jahr 1988 durch eine Initiation. Ich kam in Kontakt mit Sathya Sai Baba, der in einem Traum eine tiefe Gotteserfahrung auslöste. Dadurch begann mein Weg des Guru Yogas, der intensiven Guru-Schüler Verbindung. Begleitet wurde dieser Weg durch das Gayatri Mantra, welches ich seit nunmehr 26 Jahren quasi von innen begehe – dieses Mantra formt meinen Weg der Realisation. Nach 12 Jahren der intensiven Suche nach Erleuchtung – ich nenne das auch Dienen in der grobstofflichen Welt (Bhur) – geschah im Jahr 2000 eine Transformation zum unpersönlichen oder transpersonalen Bewusstsein (Bhuvah). Das körperliche Ego wurde um die feinstoffliche Identifikation erweitert. Seitdem wird auch der Wachzustand traumgleich erlebt, es besteht also gefühlt kein Unterschied zwischen sogenannter Realität und nächtlichem Traum. Zusätzlich wird die ständige Erfahrung, nicht der Handelnde zu sein, gemacht. Deshalb „erschien“ 2000 der Name „Mario Nette“, der sich inzwischen in „Jens Marionette“ gewandelt hat. Bis zum Jahr 2012 wurde das Bewusstsein als durch den Tiefschlaf unterbrochen erlebt.

Durch eine nochmalige, sehr subtile Transformation erweiterte sich die Identifikation in das permanente Zeugen-Gewahrsein (Svah), auch Kausal- oder himmlisches Reich genannt. Dieses Gewahren ist „monolithisch“ – felsenfest und ununterbrochen, egal was geschieht (Wach-, Traum- oder Schlafzustand), es ist ein sehr tiefer Frieden begleitet von einer stillen Glückseligkeit. Dennoch erfahre ich im Zeugengewahrsein auch eine subtile Trennung vom Bezeugten, welche bei Nichtdenken verschwindet.
2014 – in diesem Jahr – fand eine starke Öffnung des spirituellen oder mystischen Herzens, welches man leicht mit dem Emotional-Herz (physisch) verwechseln kann, statt. Seitdem „spricht“ dieses Herz mit mir – meistens wortlos, selten aber auch mit klaren inneren Worten, die mich sofort innerlich demütig niederfallen lassen, eine unbeschreibliche Erfahrung. Ich erlebe das mystische Herz als den Satguru, der mit Gott gleichzusetzen ist. Ich könnte auch sagen: Gott wohnt in meinem Herzen – und das ist die Antwort auf die Frage, die ich als kleiner Junge meiner Mutter gestellt habe: „Wo wohnt Gott eigentlich?“
Mein heutiges Wirken hat zwei Elemente:
Ich liebe es, mit Menschen im Satsang zu sein – das ist ganz einfach, und dazu braucht es keine spezielle Guru-Schüler Verbindung. Satsang geschieht wo und wann er will, auch in Alltagssituationen.
Kommt es zu einer längeren Begleitung kann eine Initiation zum Guru Yoga geschehen. Dieses Band der Liebe zwischen Guru und Schüler kann transformierend wirken – es ist einfach und automatisch, man braucht sich eigentlich um nichts mehr zu kümmern, Gott wirkt immer – egal was geschieht.

Sathya Jens: Das, was erscheint und das, worin es erscheint, ist eins
Dieses Interview zu Sharing Nonduality 2015 führte Devasetu mit Sathya Jens im April 2015.

Mehr über Jens Marionette

www.mario-nette.de  – Webseite
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